Eine Stadt geht auf Reisen und erlebt das moderne Persien

Herbert Hofauer, Erster Bürgermeister der oberbayrischen Kreisstadt Altötting, berichtet im Interview im Magazin mysmile über ein spannendes Reiseland voller architektonischer Wunder und warum er immer wieder gerne mit „seiner Stadt“ auf Reisen geht.

mysmile: Herr Bürgermeister Hofauer, im vergangenen Jahr lernten Sie und „Ihre Altöttinger“ den Zauber des Orients kennen. Sie bereisten gemeinsam Persien, ein ungewöhnliches Reiseziel…

Hofauer: … richtig, wir sind im Oktober in den Iran geflogen. Das ehemalige Persien, ein außergewöhnliches Reiseziel. Anfänglich waren wir, offen gesagt, etwas unsicher, ob wir mit dieser Reise auch wieder den Geschmack der Altöttinger Bürgerinnen und Bürger treffen. Doch die Sorgen waren unbegründet. Wir haben unglaublich viel positive Resonanz erhalten.

mysmile: Der Iran, oder Persien, polarisiert. Gab es wirklich keine Vorbehalte?

Hofauer: Natürlich wurde das Organisationsteam vom TUI TravelStar RT-Reisen-Büro mit Vorurteilen und Bedenken konfrontiert, die aber rasch durch gute Beratung aufgelöst wurden. Gewiss haben sich die meisten Fragen und Unsicherheiten auch schon bei unserer Informationsveranstaltung geklärt. Die kompetente Vorstellung der Reise mit allerlei Infos zum Land und zur Reise selbst hat überzeugt und vor allem sehr neugierig gemacht. Der Iran zählt zu den wenig bekannten Ländern und überrascht auch Vielgereiste. Unsere Reiseteilnehmer waren jedenfalls nicht nur zufrieden, sie alle waren begeistert.

mysmile: Was ist dran an dem Boom für Persien-Reisen? Warum zieht es jetzt so vielein den Iran?

Hofauer: Es gibt einen großen Nachholbedarf, und das kulturelle Erbe des Landes ist überragend. Die 2.500 Jahre alten Ruinen in der ehemaligen Königsstadt Persepolis: absolut faszinierend. Gärten mit Wasserläufen, Palmen und Orangenbäumen in Shiraz, der Stadt der großen Dichter: großartig zum Bummeln. Dann die Wüstenstadt Yazd mit den höchsten Minaretten des Irans und natürlich Isfahan, für mich eine der schönsten Städte der Welt.

mysmile: Aus der Presse kennt man den Iran vornehmlich aufgrund negativer Berichterstattungen.

Hofauer: Wir trafen stets auf offene, gastfreundliche und vor allem interessierte Menschen. Auf der Straße wurden wir mit einem aufgeschlossenen „Welcome to Iran“ – „Whereare you from?“ begrüßt, Fotos wurden gemacht, manchmal sogar gemeinsam Tee getrunken. Diese Anteilnahme ist keineswegs gespielt. Die Perser untereinander begegnen sich mit der gleichen Freundlichkeit.

my smile: Was bewegt einen Bürgermeister dazu, mit seinen Bürgern auf Reisen zu gehen?

Hofauer: Die Bürgerreise ist ein gutes Instrument zum Netzwerken und gestattet mir, die Beziehung zu meinen Bürgerinnen und Bürgern auf eine ganz besondere Art und Weise zu gestalten. Die gemeinsamen Erlebnisse verbinden und stärken zusätzlich die guten Beziehungen in unserer Stadt. Vertrauen und gegenseitiges Verständnis werden noch weitervertieft.

mysmile: Altötting bietet schon seit vielen Jahren „Eine Stadt geht auf Reisen®“ an. Bleibt die Bürgerreise fester Bestandteil des Eventkalenders der Stadt?

Hofauer: Die Stadtreise ist beliebt und unsere Einladung, gemeinsam zu verreisen, wird gut angenommen. In Altötting heißt es dieses Jahr zum 13. Mal „Eine Stadt geht auf Reisen®“. Im Oktober geht es nach Sri Lanka. Ich bin auf das Inselparadies schon sehr gespannt. Ich kann die Bürgerreise nur befürworten und jedem Amtskollegen raten, diese Chance für sich und seine Stadt zu nutzen.

mysmile: Herr Bürgermeister, vielen Dank für das Gespräch.