Irland - Sonne satt auf der grünen Insel!

Zusammen mit 11 Unterfranken machten wir, 4 Niederbayern, uns an einem sonnigen Mittwochmorgen im Juli in aller Herrgotts Früh gemeinsam auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Obwohl Irland dafür bekannt ist, dass es ständig regnet, kam es bei uns ganz anders. Wie sagt man so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel. Es ist sicherlich als Ausnahme zu sehen, dass Unterfranken und Niederbayern zusammen auf Reisen gehen. Aber es müssen auch ein paar Engel dabei gewesen sein (vermutlich die Niederbayern?!), denn die Temperaturen in Irland sollten bis 30 Grad steigen. Es gibt also auch Sonne auf der grünen Insel! 

Tag eins: Landung in Dublin
Bei einer Stadtrundfahrt zeigte uns unsere Reiseleiterin Eugenie uns die schönsten Ecken Dublins: Historische Gebäude und zahlreiche Brücken entlang des Liffey River. Die „Doors of Dublin“, rote, gelbe, blaue und grüne Farbtupfer in allzu einheitlichen Straßenzügen aus georgianischer Zeit. Ein freundliches, aufgeschlossenes Volk sind die Iren. Liegt vielleicht ein wenig am Guinness oder dem irischen Whiskey. Zweiter trägt in jedem Fall zur Völkerverständigung bei, vermutlich nicht nur zwischen Franken und Niederbayern... Dies zeigte sich bei einer Whiskeyverkostung bereits am ersten Abend. 

Tag zwei: die irische Hauptstadt
Wir begannen den Tag mit einer ausführlichen Besichtigung der Saint Patrick’s Cathedral, einer wunderschönen gotischen Kirche. Die freie Zeit verbrachten wir im Trinity College, im National History Museum oder Temple Bar, dem Ausgehviertel Dublins. Anschließend ging es nach Clonmacnoise. Nicht nur ein wunderbar am Shannon River gelegener, sondern vor allem für die irische Religionsgeschichte bedeutsamer Ort. Beeindruckende Hochkreuze zeugen von der religiösen Bedeutsamkeit dieses andächtigen Ortes. Am Abend erreichten wir Galway, wo wir uns gleich nach dem Abendessen noch aufmachten um die Pubs zu erkunden.

Tag drei: Natur pur in der Connemara
Man denkt an die Highlands, wenn man durch die stille, üppig grüne und mit Seen und Hochmooren durchzogene Landschaft fährt. Allgegenwärtig sind die Torffelder, die noch heute für die Landbevölkerungen eine wichtige Energiequelle darstellen. Unsere Rundfahrt führte uns zu den landschaftlich schönsten Plätzen, zum einzigen Fjord Irlands sowie zur Kylemore Abbey. Als Motive fürs Fotoalbum bieten sich auch immer wieder Schafe und Connemara-Ponys an, die zu Hauf an den saftigen Hängen grasen. Zurück in Galway hatten wir noch Gelegenheit, die Sankt Nicolas Kathedrale sowie die hübsche Altstadt bei Tageslicht zu besichtigen.

Tag vier: Cliffs of Moher
Wir fuhren durch Burren, eine Gegend deren Landschaftsbild immer rauer und unwirtlicher wird. Doch nur auf den ersten Blick. Denn zwischen den Felsspalten gedeiht eine Vielzahl an heimischen, subtropischen und alpinen Pflanzen. Noch dramatischer ist die Landschaft bei den Cliffs of Moher: fesselnd ist der Anblick der 200m hohen Klippen, die fast senkrecht ins Meer abfallen. Ein absolutes Muss war natürlich ein ausgedehnter Spaziergang und ein leckeres Picknick mit vorher auf dem Markt von Ballyvaughan erstandenen Köstlichkeiten rundete das Landschaftserlebnis ab.

Wetterwende am vierten Tag
So, wie es in letzten Tage war, hatten wir es uns eigentlich erwartet: Wolken, mal tief hängend, mal Quellwolken, kurze Schauer, ein paar Sonnenstrahlen. Eigentlich ganz ok für Irland, oder? Aber der Regenguss bei den Cliffs of Moher sollte der letzte auf unserer einwöchigen Irland-Reise gewesen sein. Unsere Weiterfahrt Richtung Süden führte uns nach Adare – dem angeblich hübscheste Ort Irlands. Ein malerischer Flecken mit kleinen reetgedeckten Häuschen, auf deren Terrassen der Irish-Coffee besonders gut schmeckt. Einladend sind auch der hübsche Park oder die Dreifaltigkeitskirche. Abends erreichten wir Tralee, unseren Ausgangsort für die nächsten Tage.

Tag fünf: Ring of Kerry
Bei frühsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein brachen wir zu unserer Rundfahrt um den Ring of Kerry auf. Er ist die wohl landschaftlich schönste Ecke Irlands. Wenn man die Straße im Gegenuhrzeigersinn befährt, so wie es alle Busse tun müssen, steigert sich das Landschafts-
erlebnis von üppig bewachsenen Flusstälern und schönen Küstenstraßen bis hin zu traumhaften Ausblicken auf wildromantische Sandbuchten. Wir verbrachten bei herrlichstem Sommerwetter unsere Mittagspause in der Derrynane Bucht beim Derrynane House, welches früher das Sommerdomizil des irischen Nationalhelden Daniel o’Connell war.

Killarney, Tralee & die irische Musik
Der Strand, der über Dünen vom Haus leicht erreichbar ist, ist schlichtweg ein Traum. Keineswegs enttäuschend war der Ausblick auf den Killarney Nationalpark, bei dem wir einen letzten Fotostopp auf dem Rückweg über Killarney bei den Muckross Gardens, die mit einer Vielfalt an heimischen und subtropischen Pflanzen aufwarten, nach Tralee einlegten. Ein wunderbar melancholischer Abend mit irischer Musik und Tanz erwartete uns im National Folk Theater in Tralee. Aufgeführt wurde die Legende „Die Kinder von Lir“, exzellente Sänger und Tänzer entführten uns in die Welt der irischen Mythologie.

Tag sechs: Dingle-Halbinsel
Hübsche bunte Häuschen, Pubs, Souvenirläden sowie der Fischerhafen wollten von uns entdeckt werden. Den für Dingle berühmten Delphin „Fungi“ bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Bienenkorbhütten zeugen von vor- und frühchristlicher Bebauung. Über die jüngere Geschichte und das harte Leben auf den Blasket Inseln erfuhren wir im Blasket Island Informationszentrum. Ein Film berichtete wie 1953 die letzten Bewohner von Great Blasket Island zwangsweise aufs irische Festland umgesiedelt wurden. Der Tag endete mit einem Besuch der Louis Mulcahy’s Töpferei und am belebten Strand von Inch, wo wir unsere Beine im Atlantik kühlten.

Tag sieben: Genuss & Sport
In Upperchurch erwartete uns Billy, der uns bei einem Rundgang durchs Dorf allerhand Geschichten über Dorfrebellen und das Leben auf dem Land erzählte. Bei mittlerweile 30° C versuchten sich einige von uns im Hurling, dem irischen Nationalsport. Eine Verwandtschaft zum uns bekannten (Eis-)
Hockey ist unverkennbar. Den Sieger beim „wer am weitesten aufschlägt“-Wettbewerb erwartete im Pub ein frisch gezapftes Guinness. Wir stärkten uns bei Tee, Kaffee sowie „scones & clotted cream“, bevor wir alle zu irischer Musik das Tanzbein schwangen. Beschwingt zogen wir uns in unsere letzte Herberge zurück – einem schönen, typisch irischen Landhotel.

Tag acht: Rückreise nach Deutschland
Gleich nach dem Frühstück brachen wir Richtung Dublin zum Flughafen auf. Wehmütig verließen wir die grüne Insel, die ja so bekannt für ihren Regen ist und uns dennoch so viele sonnige Momente bescherte! 

Manuela Zacherl war für Sie in Irland unterwegs und berichtet auch gerne persönlich von ihren Eindrücken!