La Palma - Wanderreise auf der schönen Insel

La Palma Wanderreise – was wird mich erwarten, wie wird es sein?

Was wird mich erwarten, wie wird es sein? Der Flug mit Condor dauert um die 4,5 Std., war sehr angenehm und es wurde ein kleines warmes Mittagessen serviert. Nach der Ankunft am Flughafen La Palma, direkt am Meer erwartete uns bereits unsere örtliche Reiseleitung und ein Bus brachte uns zum Hotel Las Olas, eine eher etwas größere Anlage, sehr schön am Meer gelegen und in 7 Gebäude aufgeteilt.

Am Abend kam dann noch Detlef Bartsch, unser Wanderführer ins Hotel, um die kommenden Tage zu besprechen. Die Touren wurden erklärt, der zu bewältigende Schwierigkeitsgrad erläutert und natürlich wurde über die benötigte Ausrüstung gesprochen. Nun, die Gruppe war gut gerüstet und wie sich herausstellte waren auch passionierte Wanderer dabei. Beim anschließenden Abendessen haben sich die Teilnehmer bei netten Gesprächen gegenseitig beschnuppert und schon mal ein wenig kennengelernt.

Tag zwei: La Palma & die erste Wanderung „Märchenwald“
Pünktlich ging es am nächsten Tag mit Detlef los zur ersten Wanderung. Auf der Fahrt erzählt er uns von „seiner Insel“ La Palma. Die Insel San Miguel de la Palma, ebenso wie alle anderen Inseln der Kanaren, ist vulkanischen Ursprungs. Mit gewaltigen Eruptionen erhob sich La Palma vor 20 Mio. Jahren aus dem Meer. Die Vulkane sind erloschen, der letzte Ausbruch erfolgte 1971. Die höchsten Erhebungen erreichen eine Höhe von knapp 2.500 m. Die vulkanisch-gebirgigen Landschaften, mit Kiefernwäldern bewachsen, laden natürlich zum Wandern ein.

Ein Gebirgskamm teilt die einfallenden Passatwinde und die Insel in zwei Klimazonen. Den trockenen und sonnigen Westen und den feuchten Osten, wodurch der Osten grün und fruchtbar ist. Es gedeihen Bananen, Mangos, Avocados, Orangen, Kartoffeln, Getreide,… Auf der gesamten Insel leben etwa 80.000 Menschen, davon allein 18.000 in Santa Cruz de la Palma, der Haupt- und Hafenstadt der Insel. Die Stadt ist geprägt von schönen Bürgerhäusern aus dem 16. Jh. im Kolonialstil. Alte typische Kirchen und verträumte kleine Plätze laden zum Verweilen ein. Durch offene Türen kann man in die hübschen „Patios“ Innenhöfe sehen.

Die erste Wanderung
Die Wanderung begann im „Cubo“ (Faß/Kübel) de la Galga und führte uns auf gemäßigten Wegen sanft bergan und bergab durch einen dichten Lorbeerwald mit Riesenfarnen und Lianen. Wettermäßig war es sehr feucht und dunstig, aber einigermaßen warm. Detlef blieb immer wieder stehen und erklärte ausführlich die verschiedenen Bäume und Gewächse. U.a. auch, dass es vier verschieden Lorbeerarten gibt, wovon eine giftig ist. (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Über den Aussichtspunkt Soma Alta, mit einem herrlichen Panoramablick, leider ein wenig durch Wolken getrübt, erreichten wir in langsamen Etappen das kleine Dörfchen San Bartolo.

Detlef hatte uns in der dortigen Bar schon angekündigt und so erwartete uns bereits Doña Flor mit einer frischen Tortilla (Kartoffeln mit Ei in der Pfanne stocken lassen), typischen Papas Arugadas con Mojo (Kleine Kartoffeln in groben Meersalz und wenig Wasser gegart mit einen scharfen roten Paprikasoße) sowie schmackhaftem Ziegenkäse. Mit Erfrischungsgetränken, Bier und Rotwein wurde der Durst gelöscht und so gestärkt konnte der zweite Teil der heutigen Wanderung in Angriff genommen werden. Hier konnte dann schon mal festgestellt werden wie weit es mit den „geübten“ Wanderern her war.

Die Schlucht Los Nogales ließ schon mal erkennen, dass die Insel nicht sanft gewellt ist, sondern durchaus steile Hänge aufweist. Auf der einen Seite der Schlucht ging es steil nach unten, teils auf schmalen Wegen und direkt am Abgrund vorbei. Unten angekommen und mit einem herrlichen Blick nach oben auf die Vegetation der Schlucht und die Bananenfelder ging es auf der anderen Seite wieder nach oben. Geschafft! Bevor es zurück ins Hotel ging, fuhren wir zu einer Stelle, von wo man einen der wenigen schwarzen Lavastrände, den Playa de los Nogales, sehen konnte.
Reine Gehzeit ca. 5 h, 11 km Strecke, davon 450 Höhenmeter Anstieg und 950 Höhenmeter Abstieg.

Zweite Wanderung: Lava, Wein und Tapas
Beim Frühstück kam die Frage auf, was da am Buffet neben Müsli, Trockenfrüchten und Cornflakes die Schüssel mit dem leicht bräunlichen Mehl zu bedeuten hat: „Gofio“. Die Ureinwohner der kanarischen Inseln, die Guanchen, rösteten Gerste und Weizen, um es in einer Steinmühle zu vermahlen. Damals war es Grundnahrungsmittel. Bis heute ist es sehr beliebt bei den Kanaren. Man gibt es zum Müsli, isst es mit Milch als Brei, backt damit, und gerne wird es auch mit Öl und weiteren Zutaten zu einer festen Masse verknetet, die man dann einfach so isst.

Wanderung an der Westseite der Insel
Von Breña Alta aus in Richtung El Pilar den Berg hinauf erreichten wir die Erhebung des Vulkans San Juan. Zunächst ging es über den weichen von langen Nadeln der einheimischen Kiefer bedeckten Waldboden durch Kiefernwälder und vorbei an fruchtigen Weinfeldern. Bald erreichten wir die bizarre Landschaft des erkalteten schwarzen Vulkanstroms. Durch spektakuläre schwarze Schlackenlandschaften, skurrilen Gebilden, an Gräben, „geflochtener Lava“ und schwarze Felsflanken vorbei, erreichen wir schließlich das Dörfchen Las Manchas, das der Vulkanstrom bei seinem letzten Ausbruch 1949 freundlicherweise umfloss, bevor er sich ins Meer ergoss.

Im kleinen Weinmuseum von La Mancha wurden wir schon vom Besitzer und seiner hübschen Tochter (Küsschen für Detlef – aah) erwartet. Es gab leckere Tapas, wie Papas Arugadas, Tomaten, Ziegenkäse, Brot und pikante Mojo, von der Mama zubereitet. Dazu süffigen Wein. Detlef hat noch einen Kuchen, selbstgebacken aus Gofiomehl mit Himbeeren beigesteuert. Was will man mehr. Bevor es zurück zum Hotel ging, besuchten wir noch die Plaza La Glorieta, ein vom palmerischen Künstler Luis Morera kunstvoll aus Mosaiken und Vulkansteinen gestalteter wunderschöner Platz.
Reine Gehzeit ca. 4 h, 9 km Strecke, davon 50 Höhenmeter Anstieg und 650 Höhenmeter Abstieg. 

Detlef empfahl Santa Cruz de la Palma anzusehen. Gelegenheit, wie er sich ausdrückte, „Steh rümmchen“ und „Staub fängchen zu besorgen. In wenigen Minuten waren wir in der Stadt. Ach, was sahen interessiert meine Augen: im Hafen lag die AIDAstella vor Anker. La Palma ist auch ein beliebter Anlaufhafen für Kreuzfahrtschiffe. Wider Erwarten war die Stadt aber nicht übervoll. Ich bummelte die Fußgängerzone bis zum Nachbau des Kolumbusschiffes „Santa Maria“ entlang. War doch La Palma für die aus Europa auswandernden Menschen oftmals der letzte Hafen vor der großen Überfahrt nach Südamerika.

Wie empfohlen schaute ich auch in die hübschen Innenhöfe und entdeckte dabei so manches Kleinod. Auch ich kaufte ein paar Steh rümmchen und Staub fängchen für mein Lieben zuhause. Aber vor allen Dingen kaufte ich mir neue Wanderschuhe, in einem Laden der sich auf Leute wie mich spezialisiert hat. Leute, die feststellen, dass die alten Wanderschuhe, jahrelang gute Dienste leistend, plötzlich zu kurz sind, drücken oder sonst wie nicht für die Wanderungen auf der Insel taugen.

Dritte Wanderung - Dach der Insel
Heute sollte uns der absolute Höhepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes, erwarten. Das Dach der Insel. Das Wetter ließ allerdings keine Freude aufkommen. Es nieselte und je weiter wir mit dem Bus nach oben kamen, desto kühler und windiger wurde es. Wir fuhren durch die Wolkendecke hindurch weiter nach oben, bis zur Aussichtsplattform des Gipfels des Roque de los Muchachos, der höchsten Erhebung der Insel auf einer Höhe von 2.426 m. Am Rande des größten Erosionskraters der Welt, dem Nationalpark der Caldera (Kessel) de Taburiente konnten wir über den Wolken den 3.718 m hohen Teide, den höchsten Berg Spaniens auf Teneriffa, entdecken.

Besonders interessant sind hier oben einige schneeweiße Observatorien mit u.a. Europas größtem Nachtteleskop und zwei Parabolspiegeln. Wissenschaftler aus den verschiedensten europäischen Nationen sind hier rund um die Uhr, vorwiegend nachts beschäftigt. Wir passierten das Tor des Roberto. Eine 5 m hohe, nur 50 cm breite Wand, die von der Erosion der Jahrhunderte so geschaffen wurde. Der Sage nach gab es ein Liebespaar das durch die Wand nicht zueinander kam. Roberto (im Spanischen der Teufel), sprengte mit seinem Feuer einen Durchgang, bei dem der Jüngling jedoch zu Tode kam und das Mädchen bei seinem Anblick vor Schreck ebenfalls.

Da wir etwas Zeit gut hatten, entschieden wir, nicht die geplante Strecke zurück zum Hotel zu nehmen, sondern fuhren in nordwestlicher Richtung über eine von Kiefernwäldern gesäumte, kurvenreiche Straße nach Puntagorda, wo an diesem Nachmittag ein Bauernmarkt stattfand. Es gab dort Stände mit Ziegenkäse, Fleisch, Gemüse und Obst, aber auch mit Keramik, Lederwaren, Schmuck und Kunstgegenständen. Da am heutigen Tag ein „Marathonlauf“ stattfand, war entsprechend einiges los. Nach einer guten Stunde Aufenthalt mitten im palmerischen Leben fuhren wir dann wieder zurück ins Hotel.
Reine Gehzeit ca. 5 h, 11 km Strecke, davon 150 Höhenmeter Anstieg und 250 Höhenmeter Abstieg.

Vierte Wanderung – Caldera de Taburiente
Etwas früher als die vorherigen Tage, bereits um 08:30 Uhr ging es heute mit dem Bus los. Wanderführer Detlef beschrieb noch einmal ausführlich die Tour, die uns heute in der Königsdisziplin erwarten sollte. Bedingt durch 2 Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Santa Cruz de la Palma wurde unsere Gruppe heute zusammen mit anderen Wanderteilnehmern in einem Bus abgeholt. Der Grund für die Zusammenlegung verschiedener Wandergruppen: die Insel verfügte nicht über so viele Busse. Am Informationszentrum der Caldera de Taburiente stieg unsere Gruppe dann in einen speziellen 4 wheel drive bus um. Interessantes Gefährt!

Eine sehr schmale Straße entlang ging es dann durch enge Kurven den Kessel des Taburiente nach unten. Nach der Durchquerung eines ausgetrockneten Flussbettes schraubte sich der kleine Bus auf der anderen Seite der Caldera wieder nach oben. Jedes Mal, wenn ein Fahrzeug entgegenkam, wurde es spannend. Oben angekommen, stellte Detlef uns vor die Wahl, die Wanderung bis nach ganz unten mitzumachen – sehr anspruchsvoll, oder bei etwa der Hälfte des Weges zur Einstiegsstelle zurückzukehren und mit dem Bus zurück zu fahren. Für mich war klar, ich fahre nicht nochmal mit dem Bus. Da laufe ich lieber, egal wie weh mir meine Füße tun....

Zunächst ging es in 1000 m Höhe durch die endemischen Kiefernwälder sanft bergab und an einigen Stellen auch wieder bergauf. Immer am inneren Rand der Caldera entlang. Schließlich erreichten wir das Flussbett des Taburiente, wo wir uns gemütlich niederließen und uns unsere mitgebrachte Brotzeit schmecken ließen. Einige Höhenmeter weiter befindet sich ein Informationszentrum der Caldera de Taburiente und hier entschieden sich 2 Teilnehmerinnen der Gruppe, lieber wieder zum Bus zurück zu fahren. Der Rest wagte den steilen Abstieg auf schmalen Wegen, direkt am Abgrund, durch Geröll und immer wieder dass felsige Flussbett kreuzend. Eine Herausforderung, auch für geübte Wanderer, aber jede Minute wert. Tolle Aussichten, immer wieder abwechselnde Streckenabschnitte.

Durch die Schlucht der Todesängste, in der die Ureinwohner die spanischen Eroberer in die Flucht schlugen, erreichten wir schließlich müde, ausgepowert, aber glücklich es geschafft zu haben, unser Ziel am Ausgang der Schlucht. Einige Meter weiter in einem Restaurant hatten wir uns dann das Bierchen und den Vino redlich verdient. Es war schon dunkel, als wir im Hotel als mir einer meiner Wanderer mitteilte, dass er wahrscheinlich seinen Fotoapparat im Bus vergessen hat. Leider erreichte ich am Abend weder die Agentur noch Detlef, versprach aber, mich sofort am nächsten Tag darum zu kümmern.
Reine Gehzeit ca. 5,5 – 6 h, 16 km Strecke, davon 100 Höhenweg Anstieg und 850 Höhenmeter Abstieg.

Der heutige Tag wurde von den Meisten zum Ausruhen genutzt. Das Meer und der Pool luden zum Baden ein. Vier hatten vom Wandern noch nicht genug und unternahmen eine Wanderung direkt vom Hotel aus ins Hinterland von Breña Baja. Wieder andere erzählten mir, dass sie in Santa Cruz de la Palma noch letzte Mitbringsel gekauft hatten und weitere vier waren mit öffentlichen Bussen bis ins südliche Fuencaliente unterwegs. Und auch der Fotoapparat wurde wiedergefunden. Ich fragte einen Busfahrer, der unsere Hotelanlage anfuhr, der wiederum sofort die Zentrale anrief. Kaum eine Stunde später war der Fotoapparat wieder bei seinen glücklichen Besitzern. 

Ich nutzte den Tag ein wenig zum Ausruhen und ging dann an der Strandpromenade entlang. Am Abend traf ich mich dann mit den Reiseteilnehmern an der Rezeption. Gemeinsam gingen wir in der bereits angebrochenen Nacht, jedoch mit Blick auf die hell erleuchtete Stadt Santa Cruz die Promenade entlang zum Restaurant „El Pulpo“, wo unser Abschiedsabendessen stattfinden sollte. Ein kleines Restaurant, direkt am Strand. Der Tisch war für uns eingedeckt und man erwartete uns bereits. Auch Detlef, unser Wanderführer kam dazu. Es gab schmackhaften Fisch vom Grill oder Fleisch. Dazu die kanarischen Kartoffeln und Salat. Als Nachtisch leckere Karamellcreme. Begleitet wurde das Essen vom heimischen Landwein.

Wir ließen bei netten Gesprächen die vergangene Woche nochmal Revue passieren und die einhellige Meinung war, dass es eine superschöne Woche war. Die Wanderungen nicht zu einfach, aber durchaus machbar, auch wenn der eine oder andere dabei durchaus an seine Grenzen kam. Wir wollten keine Minute missen und bedauerlicherweise war die Zeit viel zu schnell vorbeigegangen. Manch einer entschied dabei sicherlich für sich, nochmal wiederkommen zu wollen.

Am nächsten Tag nutzten einige die Zeit bis zur Abreise noch, um eine Runde im Pool zu drehen oder einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Die Fluggesellschaft Condor brachte uns schließlich wieder sicher nach Deutschland zurück.

Christine Strasser war für Sie auf La Palma unterwegs und berichtet auch gerne persönlich von ihren Eindrücken!