Madeira - die Blumeninsel

Von Madeira kennt man den Beinamen „die Blumeninsel“ oder „Insel des ewigen Frühlings“. Da es mein erster Besuch auf Madeira war, war ich natürlich besonders gespannt, was mich genau erwarten würde. Und um es schon vorweg zu nehmen: Alle meine Vorstellungen wurden übertroffen.

Die Schönheit der Natur mit der wunderbaren Mischung aus Bergen und Meer, der erstaunliche Abwechslungsreichtum trotz der kleinen Größe der Insel, das leckere Essen (und Trinken), die Freundlichkeit der Leute, die Pflanzenvielfalt und nicht zuletzt das wirklich mehr als angenehme Klima sind nur einige Stichwörter, um die Reise zusammen zu fassen.

Das Hotel
Grundvorrausetzung für einen schönen Urlaub ist zuerst einmal ein gutes Hotel - und das hatten wir mit dem 5* Hotel Melia Madeira Mare wirklich; im Hotelviertel von Funchal gelegen, direkt an der Strandpromenade, mit schönem Pool, Blick auf das Meer, Restaurants und Bars in der Umgebung um den Tag mit einem leckeren Poncha ausklingen zu lassen, ein kleiner Supermarkt gleich gegenüber dem Hotel und ein großes Shoppingcenter in Gehweite. Selbst das Zentrum von Funchal kann in ca. einer halben Stunde zu Fuß erreicht werden, ansonsten stehen aber auch ausreichend Linienbusse oder günstige Taxis zur Verfügung.

Madeirenser
Begleitet wurden wir auf unserer gesamten Reise von unserer netten Reiseleiterin Teresa, die uns auf unterhaltsame Art und Weise viel Neues über Madeira erzählte. Unser Busfahrer Nelio hat seinen Luxusbus immer tip top in Schuss gehalten und uns durch die schmalsten und steilsten Straßen sicher und ruhig gefahren. An dieser Stelle möchte ich auch hervorheben, wie sauber die ganze Insel ist und dass die Madeirenser äußerst höfliche Autofahrer sind. Trotz ihres südländischen Temperaments wird im Straßenverkehr Rücksicht genommen und die Hupe höchstens als Gruß oder Warnung in unübersichtlichen Kurven benutzt. 

Kennenlernen der Insel
Wir starteten mit einem Stadtrundgang durch die schöne Hauptstadt Funchal und bekamen in der Weinkellerei Blandys unsere Einführung zum Thema Madeira Wein inklusive Verkostung. Zugleich begann unser Portugiesisch-Sprachkurs: a nossa! Zum Wohle! Danach ging es zur letzten übrig gebliebenen Stickereimanufaktur, in der noch richtige Handarbeit betrieben wird und zur gegenüberliegen Markthalle, in der wir uns durch die bunten Waren treiben ließen. Beim Fisch konnten wir den schwarzen Degenfisch bestaunen, der nachts aus ca. 1000m Tiefe gefischt wird, und eine Spezialität auf Madeira ist. Er darf auf keiner Speisekarte fehlen!

„Die beste Reisezeit Madeira ist immer dann, wenn man dort ist.“
Wir besuchten eine traditionelle Quinta, ein Herrenhaus, zu dem eine Bananenplantage gehört. Das besondere Klima lässt Bananen, Wein, Mangos, Maracuja, Kaktusfeigen und vieles vieles mehr wunderbar gedeihen. Das Klima mit angenehmen Sommertemperaturen (um die 26 Grad) und milden Wintern (nachts nicht unter 14 Grad, tagsüber 20 Grad) machen die Insel zum ganzjährigen Urlaubsparadies. Insgesamt erinnert das Klima Madeiras an den europäischen Frühling, allerdings mit deutlich mehr Sonnentagen.

"Die Blumeninsel"
Der zweite Beiname „die Blumeninsel“ macht zu jeder Jahreszeit dem Namen alle Ehre. Auch hier gibt es keine richtige oder falsche Reisezeit, da immer etwas blüht. Wir sahen im Lauf der Reise beispielsweise so viele Hortensien, die am Straßenrand fast wie Unkraut zu wuchern schienen. Ein Anblick, der jeden deutschen Gartenbesitzer vor Neid erblassen lässt. Im Garten der Familie Blandys erwarteten uns kunstvoll angelegte Blumenbeete und ein uralter Baumbestand mit teils riesigen Exemplaren. Auch der Botanische Garten in Funchal lohnt einen Besuch.

Die Insel hat viel zu bieten
Einen rauen Norden und Westen, eine gebirgige Mitte oder einen spektakulären Osten! Gleich hinter Funchal wartet der Panorama-
aussichtspunkt, Cabo Girao, der an die Steilklippe gebaut wurde und einen Glasboden aufweist, so dass man die ganze Küste und das darunter-
liegende Meer in seiner vollen Schönheit vor sich bzw. unter sich liegen hat. Im Norden locken in Porto Moniz spektakuläre Küstenabschnitte und traumhaft schöne Ausblicke auf das Meer. Da der Insel natürliche Strände fehlen, wurden Felsenbäder gebaut – die Brandung schwappt dabei ganz lässig direkt ins Schwimmbecken hinein.

Einzigartige Landschaft
In der Mitte des Landes sind die Berge über 1800m hoch. Das Wetter kann sich hier von der Küste auch deutlich unterscheiden. Eine Wanderung an einer Levada, dem einzigartigen Bewässerungsystem Madeiras, entlang ist aufgrund des Weges vorbei an Wald und Feldern mit oftmals schönen Ausblicken einzigartig. Zudem hat unsere Reiseleiterin Teresa die Wanderung zu einem Naturlehrpfad gestaltet – sie wies immer wieder auf Pflanzen und deren Duft und Verwendung hin. Vor allem auf die Lorbeerwälder gemischt mit den Eukalyptus Bäumen.

Abenteuer & Nervenkitzel
Natürlich gehört etwas Action zu einer Reise dazu – wie im Osten der Insel, wo die Steilklippen in einem rötlichen Farbton dramatisch in das türkise Wasser fallen. Im Nonnental, wo die Straße sehr schmal und kurvig ist, aber unser Busfahrer sehr sicher fuhr, sind die Berge besonders imposant. In Monte liegt die „Rennstrecke“ von Madeira. In traditionellen Korbschlitten, geleitet von 2 kundigen Männern in schicker weißer Tracht und Strohhut, stürzt man sich die 2 km lange Strecke hinab ins Tal. Die Fahrt ist teils recht rasant und hat allen großen Spaß gemacht.

Freizeitgestaltung
Trotz der Fülle an Schönheiten, die Madeira zu bieten hat, bleibt auch Zeit für eigene Erkundungen oder ein Sonnenbad am Pool. Fakultativ bot sich die Gelegenheit an der typisch englischen Gepflogenheit der „Tea Time“ im Luxus Hotel Reid´s Palace teilzunehmen oder im Rahmen eines Bootsaus-
fluges Madeira von der Meeresseite aus kennenzulernen. Zu unserer großen Freude begleitete unser Boot dabei zeitweise eine große Anzahl von Delfinen, die munter nebenher sprangen und zum krönenden Abschluss lies es sich auch ein Wal nicht nehmen uns mit seiner Fontäne zu begrüßen. 

Eine letzte Spezialität durften wir dann zum Abschiedsabendessen in einem kleinen Restaurant hoch über Funchal mit traumhaftem Ausblick über die Stadt und die Küste probieren: Espetada. Der Fleischspieß mit Lorbeernote wird ganz traditionell an den Tisch gebracht und vor einem in einer Vorrichtung aufgehängt, so dass man sich sein Fleisch selbst von seinem eigenen Spieß nimmt. Während die Sonne dann hinter den Bergen unterging und sich unter uns das Lichtermeer von Funchal präsentierte, konnten wir noch ein letztes Mal mit einem leckeren Tropfen portugiesischen Weines das Wort sagen, das wir inzwischen perfekt in Portugiesisch gelernt hatten: a nossa! Auf uns!

Tina Beck war für Sie auf der Blumeninsel Madeira und berichtet gerne auch persönlich von ihren Eindrücken!