Weihnachten in Island

Weihnachten in Island - fast wie in Deutschland, aber doch irgendwie ganz anders. Die Häuser sind geschmückt mit bunten Lichtern, die Menschen sind im Vorweihnachtsstress, man trifft sich mit Freunden und der Familie zum Weihnachtsessen und jeder schmiedet Pläne für das große Weihnachtsmenü. Zuvor geht es noch geruchtsintensiv zur Sache: Þorláksmessa: Am Tag vor Heilig Abend steht aus Tradition vergorener Rochen auf dem Speiseplan.

Das Trollweib Grýla
In Island gibt es viele Trolle. Ein besonders übles Exemplar, erzählt man sich in Island, ist Grýla. Eine häßliche, böse alte Frau, die im Gebirge haust. Ihre Lieblingsspeise sind Menschen und sie ist, wie viele Trolle, eigentlich ganz schön faul.

Zudem hat sie unzählig viele Söhne und eine große schwarze Katze, Jólakötturin. Dreizehn der Kinder stammen von ihrem Mann Leppalúði. Die Aufgabe dieser 13 Kerle - zusammen mit der schwarzen Katze - ist es, unartige Kinder zu fangen und sie dann in den Kochtopf der Mutter zubringen.

Die 13 Weihnachtskerle
Da sich Trolle nur bei Dunkelheit gefahrlos bewegen können, Sonnenlicht läßt sie zu Stein erstarren, kommen Grýlas Söhne nur in den Tagen vor und nach der Wintersonnwende, wenn die Nächte besonders lang sind, in bewohnte Gebiete.

Die 13 Söhne sind inzwischen bei Kindern in Island sehr beliebt und werden jedes Jahr schon sehnsüchtig erwartet. Wegen der Geschenke, die sie bringen, werden sie oft für den Weihnachtsmann gehalten und aus Freude darüber, dass man ihre wahre Herkunft fast schon vergessen hat, kleiden sie sich nun auch in rote Gewänder. Deshalb gibt es in Island tatsächlich 13 Weihnachtkerle.

Warum man ihnen nicht böse sein kann
Bei ihrer Suche nach bösen Kindern entdeckten Grýlas Söhne schon bald, dass das Essen der Menschen viel besser als der Eintopf ihrer Mutter schmeckt. So stibitzten sie auf ihren Ausflügen Essen, das um die Weihnachtszeit besonders lecker war.

Natürlich blieb den Menschen das Treiben der Trolle nicht verborgen. Als diese herausgefunden hatten, wer ihnen das Essen klaute, gaben sie den Trollen Namen, die ihre Vorlieben beschreiben.

Da die Söhne Grýlas in ihrem Wesen eher dem Vater ähnlich waren, bekamen sie ein schlechtes Gewissen und beschlossen, den Menschen etwas Hübsches zu schenken. So legten sie nach Trollart hübsche große Steine in die Gärten und Höfe.

Doch sie stellten schon bald fest, dass die Menschen sich darüber überhaupt nicht freuen. So begannen sie, Spielzeug für brave Kinder zu basteln und kamen einer nach dem anderen an den 13 Tagen vor Weihnachten aus dem Gebirge zu den Menschen, um die Geschenke zu verteilen.

13 Mal Bescherung
Die Kinder stellen in Island noch heute ihre geputzten Schuhe vor die Türe oder auf die Fensterbank. Wenn sie brav waren, finden sie am nächsten Morgen ein kleines Geschenk. Und unartige Kinder: Sie werden mit einer Kartoffel im Schuh bedacht.